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Editorial
Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
Sprache beginnt lange vor dem ersten Schultag. Sie wächst,
Wir zeigen, wie aus Beobachtungen im Alltag Wissen für die
wenn Kinder erzählen, fragen, widersprechen, zuhören und
Praxis und für die Weiterentwicklung frühkindlicher Bildung
gemeinsam mit anderen die Welt entdecken. Sprachbildung ist
entsteht. Forschende ordnen Chancen und Herausforderungen
deshalb kein zusätzliches Programm, das neben dem Kita-
der Sprachstandserhebung ein, Fachkräfte berichten von ihren
Alltag stattfindet. Sie ist Teil jeder Beziehung, jedes Spiels und
Erfahrungen in der Sprachbildung und geben konkrete
jeder Situation, in der Kinder sich mitteilen und verstanden
Anregungen für die tägliche Arbeit – nicht zuletzt für die mehr-
werden möchten.
sprachige Lebensrealität im Kita-Alltag.
Diese Ausgabe der KINDgerecht zeigt, wie Kitas Kinder dabei
Auch der Blick in die deutsche Bildungspolitik und nach Öster-
aufmerksam und wirksam begleiten können. Von zentraler
reich zeigt: Gute Sprachbildung braucht verlässliche Rahmen-
Bedeutung ist dabei das Beobachtungstool BaSiK: Die regel-
bedingungen und klare gemeinsame Ziele. Vor allem aber
mäßige Beobachtung der Sprachentwicklung macht sichtbar,
braucht sie Zeit, zugewandte Erwachsene und Räume, in denen
was Kinder bereits können, wo sie Unterstützung brauchen und
jedes Kind etwas zu sagen hat.
welche nächsten Bildungsimpulse sinnvoll sind. Entscheidend
ist dabei der Blick auf das einzelne Kind – nicht auf eine
Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre!
vermeintliche Norm. Beobachten heißt nicht bewerten. Es
heißt, genauer hinzusehen und pädagogisches Handeln daran
Stefan Spieker,
auszurichten.
Fröbel-Geschäftsführer
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