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in Deutschland zu haben, musst du bildungssprachliche Kompetenzen im
Deutschen haben.
Aus der Perspektive der Kinder ist das
ein deutlicher Bruch, weil die Wertschätzung oder Haltung gegenüber Mehrsprachigkeit sehr viel bedeutet – auch für die
kindliche Identitätsentwicklung. Das ist
ein ganz wichtiger Teil der kindlichen und
familiären Identität. Wenn man Familien
und Kinder befragt, wie Fach- oder Lehrkräfte mit ihrer Mehrsprachigkeit umgehen, dann ist das schon eine Brücke zur
Kooperation zwischen Institution und
Familie. Als mehrsprachige Familie fällt
es mir viel, viel leichter mit Lehrkräften
zu kooperieren, wenn meine Mehrsprachigkeit auch als Teil meiner familiären
Identität akzeptiert oder anerkannt wird.
Im Idealfall ist es so, dass Schule und
Kita die gleichen Leitbilder und Ideale
haben und dass Lehrkräfte und frühpädagogische Fachkräfte gleichermaßen
den Familien und Kindern vermitteln:
kommt ein Gespräch zustande. Kinder
ten. Also zu ermöglichen, dass Kinder auf
Eure Mehrsprachigkeit ist eine totale
haben auch dieses Bedürfnis, in den Dia-
eine hohe Interaktionsqualität treffen –
Ressource, sie ist ein Schatz für uns und
log einzutreten, in Beziehung zu treten
auch wenn Fachkräfte zunehmend belas-
wir sehen das als wichtige Ergänzung
zu Erwachsenen und zu anderen Kindern
tet sind, das muss man schon auch aner-
und
und das ist ja erstmal eine gute Grundla-
kennen. Nichtsdestotrotz, wenn man auf
ge: die Beziehung. Und wenn ich Bezie-
die Kinder guckt, ist es zwingend erfor-
hung aufgebaut habe, das ist auch die
derlich, dass die Kinder mit Sprache um-
Professionalisierungsmaßnahmen, wie
Grundlage für einen Dialog mit dem
geben werden, dass sie zum Beispiel Bil-
zum Beispiel durch das Bundesprogramm
Kind. Darum geht es also wirklich: In ei-
derbücher erleben als etwas Motivieren-
„Sprach-Kitas“ oder „Frühe Chancen“, ha-
nen vertieften, lang andauernden Dialog
des – also Sprache, Sprache, Sprache. ■
ben dazu geführt, dass Fachkräfte schon
einzutreten.
Erweiterung
unseres
eigenen
sprachlichen Handelns.
genau wissen, worauf es ankommt, nämlich die Interaktionsqualität in den Ein-
In der Forschung spricht man von „Sus-
richtungen zu erhöhen – und das nicht
tained Shared Thinking“**, also über ei-
nur in zweimal zwei Stunden, sondern den
nen längeren Zeitraum Gedanken auszu-
gesamten Tag des Kindes.
tauschen – und das sind Situationen, in
*Anm. d. Red. Rosemarie Tracy ist Professorin für
Anglistische Linguistik an der Universität
Mannheim.
**Praxis-Tipps zu „Sustained Shared Thinking”
lesen Sie auf S. 42.
denen die Kinder größtmögliche FortEine Fachkraft mit bis zu 20 ver-
schritte machen in ihrer Sprachkompe-
schiedenen Sprachen im Kita-Alltag
tenz in der Umgebungssprache und das
möchte die Kinder begleiten und in
betrifft eben auch die Kinder, die noch
Interaktion gehen – aber wie?
wenig Deutsch sprechen.
Ich habe da eine einfache Antwort von
Das Problem ist, wenn ich als Fachkraft
Rosemarie Tracy*: „Nicht übernehmen!“
besonders belastet bin, schaffe ich es
Sie sagt, man müsse sich die Frage stel-
auch nicht, mich auf einzelne Kinder ein-
len, was ein gelungenes Gespräch aus-
zulassen. Und deswegen müssen wir auf
mache. Und das ist doch, dass man sich
den Alltag schauen und gucken: Wo
zuhört, dass man sensibel ist für den Ge-
schaffen wir Situationen, in denen Kinder
sprächspartner, die Gesprächspartnerin,
wieder die Chance haben, in eine 1:1-Situ-
dass man sich dafür interessiert, was
ation zu kommen. Da bietet es sich an, in
mein Gegenüber interessiert, und dann
Zukunft stärker den Fokus darauf zu rich-
Die ganze Podcast-Folge
„Von der Kita in die Grundschule –
Übergänge gut begleiten“
können Sie hier anhören:
soundcloud.com/froebelcast/
uebergang-kita-schule-sichergestalten
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