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Einer der Mitarbeitenden beschäftigt sich von Berufswegen her
intensiv mit Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen: Henrik
Froese ist Patholinguist. Spracherwerbsstörungen von Kindern
war sein Fokus im Studium. Über das Sprachprogramm war er
bisher als zusätzliche Fachkraft angestellt, um die Erzieherinnen
und Erzieher zu beraten. Jetzt möchte Froese selbst Erzieher
werden und absolviert derzeit den Quereinstieg.
Korrektives Feedback
„Verstehen und verstanden werden ist der Motor von allem“,
sagt Henrik Froese. Für ihn bedeutet eine gute Interaktionsqualität, dass die Kinder ernst genommen werden. „Wir sollten uns
metaphorisch wie auch wortwörtlich mit ihnen auf Augenhöhe
begeben. Und dürfen mit unserer Erwachsenen-Expertise nicht
alles vorgeben, sondern müssen die Kinder auch mal leiten lassen, etwa beim Entdecken neuer Dinge“, sagt er. Es gehe darum,
immer wieder eine Atmosphäre zu schaffen, die die Kinder dazu
einlädt, sich zu äußern. Ein gutes Beispiel sei das dialogische
Vorlesen: „Dabei geht es nicht darum, ein Buch von vorn bis zum
Ende durchzulesen. Vielmehr nehme ich die Bilder und den Text
zum Anlass, mit den Kindern zu philosophieren.“
Henrik Froese legt großen Wert darauf, dass die Fachkräfte in der
Kita die Sprachlernstrategie des korrektiven Feedbacks verinnerlichen. Er selbst weiß noch genau, wie es sich anfühlte, wenn er als
Kind korrigiert wurde, etwa beim Satzbau. „Das war nicht sonderlich wertschätzend. Da hatte ich dann keine Lust mehr, noch irgendetwas zu sagen“, erinnert sich Froese. Kommt ein Kind zu ihm
Sprachbildung als pädagogischer Schwerpunkt
und sagt „Ich bin geschwimmt“, dann antwortet er stattdessen:
„Toll, du bist geschwommen, erzähl doch mal, wo! Hast du auch
In der Spandauer Kita gibt es 95 Plätze für Kinder ab zehn Mo-
schon das Seepferdchen?“. Das zeigt Wertschätzung für das Ge-
naten bis zum Schuleintritt, um die sich von morgens um sechs
sagte und liefert beiläufig die korrigierte grammatische Version.
bis abends um 18 Uhr 16 Fachkräfte kümmern. Die Sprachbildung ist einer der pädagogischen Schwerpunkte. Seit 2018 war
Vor dem Mittagessen dürfen sich die Kinder noch einmal im
die Einrichtung eine Sprach-Kita, doch die Bundesförderung für
Sportraum austoben. „Ich hab Hunger!“ sagt ein Junge. Froese
das Programm endete im Jahr 2023.
Seit Oktober 2024 wird in der Kita mit dem digitalen Beobachtungsinstrument BaSik gearbeitet (mehr dazu lesen Sie ab Seite 6). In allen Fröbel-Kitas werden die sprachlichen Kompetenzen aller Kinder ab dem 2. Geburtstag bis zum Übergang in die
Grundschule jährlich im Monat nach ihrem Geburtstag erhoben.
Die Bezugsfachkraft beobachtet dazu das sprachliche Verhalten des Kindes im täglichen Umgang, ohne es aus dem Kita-Alltag herauszunehmen. Die Beobachtungen werden in einem digitalen Beobachtungsbogen hinterlegt. Dieses regelmäßige
Monitoring ist ein Teil des Konzepts von Fröbel, die Sprachkompetenz der Kinder zu stärken. Der andere Teil ist die alltagsintegrierte sprachliche Bildung. „Anhand der Daten können wir ganz
genau sehen, in welchen Bereichen ein Kind sich sprachlich
schon gut entwickelt hat und wo es noch Förderung braucht“,
erklärt Lisa Theel. „Damit können wir uns im Team gezielt darüber austauschen, welche Bildungsangebote und sprachlichen
Anregungen wir jedem Kind individuell anbieten wollen.“
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