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Meinung
Wo sollte Sprachförderung
stattfinden?
Kinder erwerben Sprache im Dialog – im fortlaufenden Wechsel-
Kitas, Krippen und die Kindertagespflege leisten deshalb einen
spiel zwischen Kind und Bezugsperson. In der sozialen Interakti-
zentralen Beitrag zum erfolgreichen Spracherwerb. Aus wissen-
on entwickeln sich Sprachverständnis und Wortschatz; zugleich
schaftlicher Sicht besteht Einigkeit darüber, dass Sprach-
werden grammatische Strukturen erworben.
Der Spracherwerb erfolgt insbesondere in den
ersten drei Lebensjahren, einer Entwicklungsphase, in der Kinder in besonderem Maße
lern- und anpassungsfähig sind. Voraussetzung
hierfür sind verlässliche Beziehungen zu
Erwachsenen sowie ein Umfeld, in dem sich
Kinder sicher und geborgen fühlen. Für eine
„Sprachbildung muss ganzheitlich und im Sinne eines
Bildungsverständnisses
gestaltet werden, das
Partizipation, Inklusion und
Ko-Konstruktion in den
Mittelpunkt stellt.“
gelingende sprachliche Entwicklung benötigen
bildung und Sprachförderung integrale
Bestandteile des pädagogischen Alltags sein
sollten. Authentische, alltagsintegrierte und
sprachlich anregende Situationen bilden die
Grundlage für Kommunikation und Interaktion – sowohl zwischen den Kindern als
auch zwischen Kindern und pädagogischen
Fachkräften. Denn nur durch den aktiven
Gebrauch von Sprache in vielfältigen sozialen
sie sensible Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, die
Kontexten können Kinder ihre sprachlichen Kompetenzen
sprachliche Anregungen geben und ihre Freude am Entdecken
kontinuierlich erweitern.
von Sprache unterstützen.
Dabei ist die Qualität der sprachlichen
Anregungen
entscheidend. Diese
hängt wesentlich vom sprachförderlichen Verhalten der pädagogischen
Fachkräfte sowie vom gezielten Einsatz
wissenschaftlich fundierter Sprachbildungsstrategien ab. Sprachbildung ist
ein Querschnittsthema und sollte in allen Bildungsbereichen der Kita verankert sein. Sie muss ganzheitlich und im
Sinne eines Bildungsverständnisses
gestaltet werden, das Partizipation, Inklusion und Ko-Konstruktion in den
Mittelpunkt stellt.
Von besonderer Bedeutung sind zudem die kontinuierliche Beobachtung
und Dokumentation der kindlichen
Sprachentwicklung. Sie ermöglichen
es den Fachkräften, frühzeitig Hinweise auf einen besonderen Unterstützungsbedarf zu erkennen. Hierfür sollten Beobachtungsverfahren eingesetzt werden, die die sprachliche Entwicklung über die gesamte Kita-Zeit hinweg begleiten,
individuelle Potenziale erfassen und zugleich eine Einordnung in
altersbezogene Entwicklungsverläufe ermöglichen. Auf dieser
Grundlage können gezielte und strukturierte Maßnahmen der
Sprachförderung geplant und umgesetzt werden.
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