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Selbstwirksamkeit beginnt mit echter Aufmerksamkeit
Selbstwirksamkeit beschreibt die Überzeugung, mit dem eigenen Handeln Einfluss nehmen zu können. Für Kinder zeigt sich
„Ich möchte, dass man
überall rennen darf.“
das in alltäglichen Situationen, wenn sie eine Idee einbringen,
Grenzen aufzeigen oder Ungerechtigkeiten ansprechen – und
Auf den ersten Blick wirkt dieser Satz wie der Wunsch, Regeln
Erwachsene darauf mit echtem Interesse reagieren und ihre An-
aufzuheben. Aus Kinderperspektive wirft er jedoch Fragen nach
liegen aufgreifen.
Bewegungsmöglichkeiten, dem Ausleben von Bewegungsdrang
und der Verständlichkeit von Regeln auf.
Dieser Satz eines Kindes bringt das Bedürfnis nach Autonomie
und Selbstwirksamkeit auf den Punkt:
Vielleicht möchte das Kind gar nicht überall rennen, hört aber
häufig „Nicht rennen!“ und äußert damit ein Bedürfnis nach
„Dass wir ab jetzt alles
entscheiden können.“
mehr Bewegungsräumen, vielfältigeren Angeboten oder lebendigem Spiel. Die Aussage lädt dazu ein, Rahmenbedingungen
aus Kinderperspektive zu betrachten und zu reflektieren, wie
gut sie den Bedürfnissen der Kinder entsprechen.
Kinder wünschen sich Gestaltungsmöglichkeiten. Für Fachkräfte ist das eine Einladung, gemeinsam mit den Kindern auszuloten: Was entscheidet ihr? Wo braucht es Schutz und Regeln?
Und wie werden Entscheidungen transparent?
„Alle Erzieher
machen Quatsch!“
Systematisch zuhören: Kinderperspektiven in der
Steckt dahinter eine Beschwerde oder finden die Kinder es cool,
Qualitätsentwicklung
wenn die pädagogischen Fachkräfte auch mal Quatsch machen,
Im ereignisreichen Kita-Alltag werden die Perspektiven der Kinder oft wahrgenommen, aber nicht immer dokumentiert und
systematisch ausgewertet. Gründe dafür sind die vielen Übergänge, Routinen, Aktivitäten und der Zeitdruck im Alltag. Umso
wichtiger ist es, Zuhören nicht nur als spontane Zuwendung,
sondern auch als systematische Beobachtungsform zu verstehen, beispielsweise im Rahmen der Erhebung von Kinderperspektiven.
Der Kinderperspektivenansatz nach Nentwig-Gesemann (Bertelsmann Stiftung 2021) betrachtet Kinder als Akteurinnen und
Akteure der Qualitätsentwicklung. Mit Methoden wie „KitaFührung“, „Kinder fotografieren ihre Kita“ oder „Gruppendiskussion“ werden ihre Sichtweisen systematisch erhoben, ausge-
also lustig sind? Das kommt darauf an, wie und in welchem Kontext diese Aussage getroffen wurde. In diesem Fall fanden die
Kinder es großartig, dass sie viele pädagogische Fachkräfte in
ihrer Kita haben, die auch mal „verrückte“ Dinge tun. Sie haben
unter viel Lachen berichtet, welcher Erzieher die Gitarre absichtlich falsch rum gespielt hat und welche Erzieherin die
größte „Quatscherzieherin“ ist.
Für die Auswertung von Kinderperspektiven eignen sich Audiooder Videoaufnahmen. Sie ermöglichen, sich ganz auf die Kinder
und ihre Aussagen einzulassen und die Situation später erneut
zu betrachten. So können wichtige Aussagen transkribiert, genauer analysiert und im Team, mit den Kindern sowie mit den
Familien reflektiert werden.
wertet und für die Weiterentwicklung der Einrichtung genutzt
(Bertelsmann Stiftung (b) 2020). Dabei liefern Kinder nicht nur
Meinungen, sondern wichtige Hinweise darauf, was aus ihrer
Sicht gute Qualität ausmacht – etwa bei Räumen, Regeln oder
Zugehörigkeit (Bertelsmann Stiftung (a) 2020).
Was uns Kinder über pädagogische Qualität verraten können
Kinderaussagen sind mehr als Momentaufnahmen, in ihnen
spiegeln sich häufig Erfahrungen, Bedürfnisse und Bewertungen, die für die Qualitätsentwicklung von großer Bedeutung
sein können. Sie sind somit Daten aus der Lebenswelt von Kindern – und können Teams dabei helfen, die pädagogische Arbeit
zu reflektieren.
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