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Forschung
Vorleseband
als festes
Ritual in der
Kita?
In einigen Bundesländern wird das sogenannte Leseband umgesetzt – eine
tägliche, feste Lesezeit an Schulen, die
die Lesekompetenz von Kindern nachweislich stärkt. Wie könnte man diesen
Ansatz auf die Kita übertragen? Wie
kann man sich ein solches Vorleseband
im Kita-Alltag konkret vorstellen?
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Timm Albers.
Ein Vorleseband in der Kita kann als
strukturierte Maßnahme im Kontext von
Early-Literacy* verstanden werden, die
täglich eine „gemeinsame literale Praxis“ im Kita-Alltag etabliert. Durch die
feste Verankerung im Tagesablauf entsteht ein wiederkehrendes Ritual, das
Kindern kontinuierliche Erfahrungen mit
Texten, Bildern und schriftsprachbezogenen Merkmalen ermöglicht.
Analog zum schulischen Leseband dient
diese Zeit nicht nur der Beschäftigung
mit Büchern, sondern dem systematischen Aufbau von Vorläuferfähigkeiten
für Schriftspracherwerb (z. B. narrative
Kompetenzen, Wortschatz, inferenzielles Verstehen, als Zusammenhänge
„zwischen den Zeilen“ verstehen, Aufmerksamkeit für Textstruktur und BildText-Bezüge). Das Vorleseband ist ein
fester Bestandteil des Tagesablaufs: Es
werden geeignete Bilderbücher ausgewählt, die sprachlich und inhaltlich an
die Interessen der Kinder anschlussfähig sind. Im Vorfeld wird überlegt, welche sprachlichen Schwerpunkte (z. B.
Emotionen, Perspektivenwechsel, temporale Markierungen) im dialogischen
Austausch mit den Kindern bearbeitet
werden sollen.
Vorlesen in der Kita – das klingt erst
einmal nach etwas, das viele
Einrichtungen ohnehin schon tun.
Was macht das Vorleseband anders
und warum kann es die Sprachentwicklung von Kindern so wirkungsvoll
unterstützen?
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