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Fachpraxis
Sprache
braucht
Kinder erwerben Sprache in Momenten, in
denen sie sich ausdrücken wollen – wenn
sie staunen, fragen, erzählen, träumen.
Kulturelle Bildung schafft hierfür vielfältige
Anlässe – ob im Theater, im Filmgenre oder
bei Projekten der bildenden Kunst. Wo
Kinder selbst gestalten, mit Materialien
experimentieren und erleben, dass ihre
Ideen zählen, wächst auch ihre Sprache. Mit
allen Sinnen und mit kreativem Ausdruck.
Kinder, die gemeinsam ein Theaterstück entwickeln, einen
Stummfilm neu vertonen oder mit Farbe und Ton eigene Welten
erschaffen, erleben, wie Sprache mit Bewegung, Klang, Bildern
„Wie ein Fisch im Wasser“ – Theater und Kinderrechte
im Fröbel-Kindergarten Winterstraße, Hamburg
und Materialien verbunden ist. Sie sehen, hören, tasten und fin-
Was brauchen Kinder, um sich wohlzufühlen? Wann können sie
den dabei Worte für das, was sie erleben. Dabei erfahren sie
ihre Meinung sagen? Und was haben Kinderrechte mit Fischen
Wirksamkeit und öffnen sich für neue Erfahrungen. Das ist be-
im Wasser zu tun? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die
sonders wertvoll für Kinder, die mit allen Sinnen lernen oder
Kinder des Fröbel-Kindergartens Winterstraße in Hamburg-
mehrsprachig aufwachsen. Bei Fröbel ist kulturelle Bildung kein
Altona – und entwickelten daraus über mehrere Monate ein
Zusatzangebot, sondern ein selbstverständlicher Teil früher Bil-
eigenes Theaterstück, das im Juni 2026 im Altonaer Museum
dung, der auch die Sprachentwicklung fördert. Drei Projekte zei-
uraufgeführt wurde.
gen, wie das in der Praxis aussieht.
Wöchentlich kamen eine Theatermacherin, eine Zirkuspädagogin, eine Poetry-Slammerin und eine Kostümdesignerin in die
Einrichtung. Aus Beobachtungen, Gesprächen und der gemeinsamen Arbeit mit den Kindern entstanden Geschichten, Rollen,
Kostüme, Bühnenbilder, Bewegungen und Gedichte für das
Stück. Große blaue Stoffbahnen wurden zu Wellen, Kinder
schlüpften in die Rollen von verschiedensten Fischen und Meeresbewohnern – und brachten eine bunte Unterwasserwelt auf
die Bühne, in der Kinderrechte erlebbar wurden.
Im Theater kommen Sprache, Bewegung und gemeinsames Gestalten zusammen. Kinder, die Figuren entwickeln, Dialoge erfinden und auf der Bühne sprechen, erproben Sprache als Handlungswerkzeug: Sie argumentieren, erzählen, beschreiben und
erleben, dass ihre Stimme zählt. Bei einem einzelnen Theaterstück soll es nicht bleiben. Die Kita entwickelt derzeit einen
dauerhaften Theaterschwerpunkt, vernetzt mit Hamburger
Theatern und zahlreichen Expertinnen und Experten.
„Für unsere Kinder war dieses Projekt eine wunderbare Erfahrung von Beteiligung und Selbstwirksamkeit. Sie haben erlebt,
dass ihre Ideen zählen, dass ihre Beiträge gebraucht werden
und ihre Stimme dazugehört.“ – Stephanie Rudschewski, Leiterin des Fröbel-Kindergartens Winterstraße
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