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cinemini BERLIN – Filmbildung zwischen Kita, Kino und Kiez
Bewegte Bilder gehören früh zur Lebenswelt von Kindern.
Mit cinemini BERLIN – einer Initiative der Deutschen Filmakademie – wurde Film als künstlerisch es Medium in die frühe Bildung gebracht. Fröbel war als Projektpartner mit vier
Berliner Einrichtungen beteiligt.
Kinder von drei bis sechs Jahren begegneten 26 dialogfreien
Kurz- und Experimentalfilmen aus aller Welt. Der bewusste
Verzicht auf gesprochene Sprache eröffnet Zugänge ohne
Sprachbarrieren und lädt dazu ein, das Gesehene selbst in
Worte zu fassen.
„Traumraum“ – Kunst JETZT! im
Fröbel-Kindergarten Zwergenland, Leipzig
Zusammen mit Filmvermittlerinnen und Filmvermittlern gin-
Was passiert, wenn Kinder ihre eigene Kita mitgestalten dürfen?
gen die Kinder Fragen nach wie: Welche Wirkung haben Klang
Im Fröbel-Kindergarten Zwergenland in Leipzig bekamen sie ge-
und Farbe? Wie kommen Bilder in Bewegung? Dann wurden die
nau diese Chance. Im Rahmen des Kunst JETZT!-Projekts „Traum-
Kinder selbst aktiv: Sie vertonten Stummfilme neu, bastelten
raum“ verwandelte die Künstlerin Toni Stakenkötter gemeinsam
Figuren, tanzten als Schatten auf der Leinwand oder erzählten
mit den Kindern den Alltagsraum der Kita in eine bunte Traum-
Geschichten weiter. So wurde aus dem Filmerlebnis ein krea-
landschaft: Wände wurden bemalt, ein großes Deckentuch ge-
tiver Prozess.
färbt und bunte Mobiles gebastelt, die seitdem sanft über den
Köpfen schweben.
„Besonders stark finde ich den Moment, wenn die Kinder selbst
aktiv werden – wenn sie einen Stummfilm neu vertonen oder
„Kinder brauchen Kunst. In künstlerischen Prozessen können sie
Figuren erfinden. Da merken sie: Ich kann etwas gestalten. Ich
forschen, selbst gestalten, verwerfen, neu beginnen. Kunst er-
kann meine eigene Geschichte erzählen.“ – Jan Lemke, pädago-
möglicht Sprachanlässe und stärkt Selbstwirksamkeit – genau
gische Fachkraft im Fröbel-Kindergarten Campus Kids
das war unser Ziel mit Kunst JETZT!“ – Lea Lutz, Referentin für
Kulturelle Bildung und Kooperationen bei Fröbel und Projektlei-
„Kinder mit unterschiedlichen Muttersprachen kamen über das
terin von Kunst JETZT!
Projekt in den Austausch und erweiterten ihren Wortschatz.
Weil die Filme keine fertige Geschichte verbal vorgeben, muss-
Das Projekt schuf Sprachanlässe, denn die Kinder mussten sich ab-
ten Kinder das Gesehene selbst in Worte fassen. Sie beschrie-
stimmen, einigen und Ideen entwickeln: Welche Farbe kommt wo-
ben Szenen, erklärten Handlungen und erfanden eigene Ge-
hin? Wie viel Raum nehme ich ein – und wie viel lasse ich anderen?
schichten. Dies schulte die Verbindung von auditiven, visuellen
Aus diesen Fragen entstanden echte Gespräche. „Das habe ich ge-
und sprachlichen Reizen.“ – Annette Höhne, Einrichtungslei-
macht!“, rief ein Junge begeistert. „Lass ihn auch mal da was hin-
tung im Fröbel-Kindergarten Campus Kids
malen!“, sagte ein anderes Kind. Kleine Sätze voller Bedeutung:
Hier verständigten sich Kinder über Teilhabe und Miteinander.
Über das Förderprogramm Kunst JETZT! von Fröbel entstanden
zwischen 2025 und Mai 2026 fünfzig Kita-Kunst-Tandems in sieben beteiligten Städten. So wurden über 1.500 Kinder und Familien mit künstlerischen Projekten erreicht.
Sprache und Kreativität im Wechselspiel
Sprache braucht kreativen Ausdruck und kreativer Ausdruck
braucht Sprache. Ob auf der Theaterbühne in Hamburg, beim Erfinden von Filmgeschichten in Berlin oder bei Projekten mit professionellen Kunstschaffenden: Überall dort, wo Kinder selbst
gestalten, wo ihre Stimme gefragt ist und ihre Ideen ernst genommen werden, wächst auch ihre Sprache.
„Frühe Bildung bedeutet, Kindern Räume zu eröffnen, in denen
sie sich ausprobieren, ausdrücken und als wirksam erleben
können. Dafür hat die kulturelle Bildung ein großes Potenzial.“ –
Natalie Kronast, Leiterin der Abteilung Engagementförderung,
kulturelle Bildung und Kooperationen bei Fröbel ■
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