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Tipps für Fachkräfte
Eins, zwei, drei wir machen ein
Kamishibai!
Kamishibai – das japanische „Papier-Theater“ – ist eine besondere und entschleunigte Art, Geschichten zu erleben: Große Bildkarten werden nacheinander in
einem Holzrahmen gezeigt. Dazu wird vorgelesen. Kinder stellen Fragen, denken
mit, erzählen weiter. So entsteht ein interaktives Erlebnis, das spielerisch Fantasie
und Sprachentwicklung anregt und gemeinsam mit Familien umgesetzt werden
kann. Wie das Selbermachen am besten funktioniert? Hier kommen hilfreiche Tipps!
Die Begeisterung der Kinder aufgreifen
1. Das passende Thema finden
In vielen Fröbel-Kitas ist das Kamishibai längst Teil des pädago-
Gibt es Ideen, eine Lieblings-Kamishibai-Geschichte weiterzu-
gischen Alltags. Sobald der Holzrahmen aufgestellt wird, setzen
entwickeln, zum Beispiel durch alternative Enden oder Fortset-
sich die Kinder gespannt vor das Kamishibai. Sie genießen die
zungen? Oder soll lieber etwas ganz Neues kreiert werden? Was
großen Bilder, lassen sich mitreißen, die Geschichte nachzuer-
sind aktuelle Themen im Kita-Alltag, die sich eignen könnten –
zählen, Beobachtungen zu teilen und Fragen zu stellen. Die pä-
Freundschaft, Teilen, Streit oder neue Geschwister? Welche
dagogische Fachkraft sitzt neben dem Papier-Theater, auf Au-
Fragen haben die Kinder in letzter Zeit gestellt? Greifen Sie ein
genhöhe mit den Kindern und kann so besonders gut auf ihre Si-
Thema aus der Lebenswelt der Kinder auf – das eignet sich be-
gnale eingehen. Eine kreative Interaktion entsteht, die viele
sonders gut. Überlegen Sie außerdem, wie und wann eine Ge-
Sprachanlässe bietet und die Fantasie anregt.
schichte im Prozess verschriftlicht werden soll.
Diese kreative Interaktion und die Begeisterung der Kinder kann
Tipp: Ein thematischer Rahmen ist als Ausgangspunkt sinnvoll.
als Grundlage für ein Projekt mit Familien genutzt werden. Wer
Es lohnt sich aber, mit möglichst viel Offenheit an den Prozess
ein eigenes Kamishibai gemeinsam mit Familien gestaltet, er-
ranzugehen und nicht zu viel vorzugeben. So kann sich Kreativi-
lebt: Das entstehende Kunstwerk bringt Kinder, Eltern und
tät frei entfalten.
Fachkräfte auf eine besondere Art zusammen – kollaborativ,
über Sprachgrenzen hinweg, mit Stolz und mit viel Kreativität.
Wie kann so ein Projekt aussehen?
2. Organisatorischer Rahmen
Laden Sie die Familien mit etwas Vorlauf zu einem Kreativ-Nachmittag in die Einrichtung ein. Planen Sie genügend Zeit ein – zwei
Stunden sollten es schon sein. Die Gruppe sollte überschaubar
bleiben – lieber mehrere Termine für kleinere Gruppen mit bis zu
10–15 Personen anbieten. Für eine gemeinsam gestaltete Kamishibai-Geschichte eignen sich etwa sechs bis zwölf Bildtafeln.
„Die Teams benutzen das Kamishibai jetzt viel
häufiger.“ Kirsty Pattison, Native Speaker Erzieherin,
Fröbel-Kita Lisa-Fittko-Straße
Ein Kamishibai mit Familien gestalten: Ganz nebenbei lässt sich so auch
die Freude an Geschichten wecken und damit die Sprachentwicklung
der Kinder im Familienalltag fördern. Ein weiterer positiver Effekt:
Familien erhalten Einblicke in die pädagogische Arbeit mit den Kindern
und es entsteht eine gemeinsame Erfahrung, die das gegenseitige
Vertrauen stärken kann.
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