Magazin KINDgerecht Ausgabe 1-2025, November: Sind Kitas und Schulen gute Bildungspartner? - Magazin - Seite 22
gebote. Das erfordert Zeit, Geduld und vor allem zusätzliche
würden nicht nur die Kinder, sondern auch die Fachkräfte stär-
Ressourcen, um jedem Kind einen guten Start zu ermöglichen.
ken, da beide Seiten voneinander lernen und ein einheitliches
Die Erfahrungen aus der frühen Kindheit, besonders in der
Bildungsverständnis entwickeln könnten.
Kita, prägen, wie Kinder ins Schulleben starten. Ein verpflichtendes Kitajahr ist kein Allheilmittel, aber ein wichtiger Baustein für gerechtere Bildung.
Was bräuchte es dafür?
Vor allem braucht es Zeit – und zwar fest eingeplante Zeit, die
nicht zusätzlich geleistet werden muss. Zeit für gemeinsame
Welche Potenziale sehen Sie in einer engeren Zusammen-
Entwicklungsgespräche, für Hospitationen in beiden Einrich-
arbeit zwischen Kita und Schule?
tungen und für übergreifende Fortbildungen. Ebenso wichtig
Kita und Schule arbeiten heute vielerorts noch nebeneinan-
sind verlässliche Strukturen, zum Beispiel feste Tandems oder
derher, obwohl eine echte Bildungspartnerschaft für die Kin-
sogenannte Übergangslotsen, die die beiden Systeme mitein-
der von großem Nutzen wäre. Wenn wir den
Übergang als gemeinsamen Prozess verstehen, könnten wir Entwicklungsziele besser
aufeinander abstimmen, Übergangsrituale
entwickeln und Eltern durchgängig begleiten.
Besonders wertvoll ist der Austausch über die
ander verbinden und die Familien als konstan-
„Die Erfahrungen aus der
frühen Kindheit, besonders
in der Kita, prägen, wie
Kinder ins Schulleben
starten.“
Stärken und Interessen der Kinder: Wenn Ki-
te Ansprechpersonen begleiten.
Entscheidend ist zudem, dass Kita- und
Grundschulpädagogik auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Beide bringen wertvolle, aber
unterschiedliche Perspektiven ein. Wenn es
gelingt, Bildung als fließenden Prozess zu ver-
ta-Fachkräfte und Lehrkräfte ihre Beobachtungen teilen und
stehen und nicht in Abschnitte zu zerlegen, schaffen wir für
gemeinsam reflektieren, entsteht ein umfassenderes Bild des
Kinder einen deutlich entspannteren und erfolgreicheren Start
Kindes. Gemeinsame Hospitationen und regelmäßige Treffen
in die Schule.
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