Magazin KINDgerecht Ausgabe 1-2025, November: Sind Kitas und Schulen gute Bildungspartner? - Magazin - Seite 4
Titelthema
Bildungsgerechtigkeit
beginnt mit Sprache
Der im Herbst veröffentlichte IQB-Bildungstrend Mathematik 2024 bestätigt
erneut: Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland verschlechtern
sich. Die Gründe dafür sind vielfältig und können nicht mehr allein von den
Schulen gelöst werden. Unbestritten ist jedoch: Die Fähigkeit, die Bildungssprache
zu beherrschen, entscheidet maßgeblich darüber, wie erfolgreich Kinder in
der Schule sein werden. Deutschland braucht deshalb endlich eine verbindliche
Sprachbildungsstrategie für Kitas – davon ist Stefan Spieker überzeugt. Eine
gemeinsame Strategie mit dem Bund und den Ländern wäre laut dem FröbelGeschäftsführer ein entscheidender Schritt zu mehr Bildungsgerechtigkeit, damit
allen Kindern der Start in die Schule gelingt.
Warum gelingt es uns derzeit
offenbar nicht, die deutsche
Sprache als Basiskompetenz gut
zu vermitteln?
Stefan Spieker: Wir erleben gerade eine
sehr starke Auseinandersetzung darüber,
wie Kinder am besten unterstützt werden können und sollten. Inhaltlich sind
Verbände, Träger und Wissenschaft nah
beieinander. Aber die Debatte verhakt
sich an Begriffen und hält uns davon ab,
im Sinne der Kinder beste Lösungen zu
entwickeln. Wir sollten gegenüber der
Politik gemeinsam argumentieren. Das
sehe ich aktuell leider nicht und das
müssen wir ändern.
Und bezogen auf die Kinder?
Spieker: Es fehlt uns leider komplett an
einer Steuerung, damit Geld und personelle Ressourcen auch dort ankommen,
wo sie für die Sprachförderung am dringendsten benötigt werden. Die sehr verschiedenen Rahmenbedingungen in den
Bundesländern behindern bislang eine
Umsetzung, die für alle Träger leistbar ist:
Fachkräfte benötigen verlässliche Strukturen, digitale Werkzeuge und gezielte