Magazin KINDgerecht Ausgabe 1-2025, November: Sind Kitas und Schulen gute Bildungspartner? - Magazin - Seite 42
Und wie sieht das konkret aus?
Einblicke in den Kita-Alltag aus Fröbel-Einrichtungen.
Abschied und Übergang bewusst gestalten:
Über Schule sprechen:
Vom Schatzsucher zum Schulkind
mit Krippenkindern auf dem Schulhof unterwegs
Im Fröbel-Kindergarten Spürnasen wurde der Abschied von
Warum denn eigentlich erst im letzten oder vorletzten Jahr be-
der Kita gemeinsam mit den Familien gefeiert – ein besonde-
ginnen? Diese Frage stellte sich Mandy Zacharias, pädagogische
rer Moment für die Kinder, der mit Spannung, Freude und auch
Fachkraft im Krippenbereich des Leipziger Fröbel-Kinderhauses
etwas Wehmut verbunden war. Ein Höhepunkt war die Schatz-
Groß und Klein. Ein Gedanke, der sich mittlerweile mehr als loh-
suche, die weit mehr als ein Spiel darstellte: Sie erinnerte die
nend erwies. Bei ihren Spaziergängen kommen die Krippenkin-
Kinder daran, welche „Schätze“ sie in den letzten Jahren ge-
der immer an einer Schule vorbei, die sie nun auch bereits besu-
sammelt hatten – Freundschaften, Mut, Wissen und viele Er-
chen. Das geht nicht? Natürlich geht das – ob vom Zaun aus
fahrungen. Gleichzeitig stand sie symbolisch für all das Neue,
oder während der Ferien auf dem Schulhof – auch mit Kindern
das in der Schule auf sie wartet.
jüngeren Alters kann man über das Thema sprechen. „Vor allem
die Kinder mit älteren Geschwistern bringen häufig das Thema
Besonders berührend war das Vorlesen des Abschiedsbriefes
mit, weshalb wir es bereits sehr früh thematisieren.“
„Vom Schatzsucher zum Schulkind“. Er machte deutlich: Alles,
was die Kinder im Kindergarten erlebt und gelernt haben, tragen
sie wie einen wertvollen Rucksack mit auf ihrem weiteren Weg.
Auf Augenhöhe:
Lehrkräfte besuchen die Kita
Erfahrungen als Schatz:
das Familiencafé für den Austausch nutzen
„Mir ist es wichtig, dass die Familien auch weiterhin mit uns im
Kontakt stehen, damit sich Familien austauschen und voneinander lernen können. Wer, wenn nicht die Familien selbst, die
„Ohne Austausch kommen wir nicht voran“, sagt Claudia Pi-
den Übergang gerade erlebt haben, können davon besser be-
seddu, Kinderpflegerin aus dem Fröbel-Kindergarten und Fa-
richten. Vor allem die Kinder können von ihrer Einschulung und
milienzentrum Finkenberg. Sie knüpfte Kontakte zu Grund-
den ersten Schultagen berichten und die Fragen der Kitakin-
schulen, von einer Schule meldete sich eine Lehrkraft direkt
der beantworten“, sagt Franziska Sommer, Leiterin des Fröbel-
für eine Hospitation in der Kita an. Das war für alle Beteiligten
Kindergartens Wasserstadt. So wurden alle ehemaligen Fami-
ein Gewinn: Die Lehrkraft erlebte die Kinder in der Interaktion
lien zum ersten Elterncafé des neuen Kitajahres eingeladen,
und sah, welche Lernmöglichkeiten die Kinder haben. Vor al-
um mit den Kindern und Familien in den Austausch zu gehen
lem aber konnten die Kinder die Lehrkraft kennenlernen und
und Fragen zu beantworten. Keine Geschichte ist gleich, aber
sie im Morgenkreis mit ihren Fragen löchern. Die Lehrkraft aus
dennoch können auf diese Weise Ängste und Unsicherheiten
der Schulanfangsphase soll nun mindestens zweimal im Kita-
genommen werden.
jahr in die Kita kommen.
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