Magazin KINDgerecht Ausgabe 1-2025, November: Sind Kitas und Schulen gute Bildungspartner? - Magazin - Seite 43
Aus der Praxis
Orientierung geben, Übergänge gestalten
Handlungsimpulse aus drei Bundesländern
Verlässliche Orientierung und gute Startbedingungen für Kinder, Familien,
pädagogische Fach- und Lehrkräfte: Drei exemplarische Elemente
aus drei Bundesländern zeigen die Bandbreite wirksamer Praxis und enthalten
Impulse, die wir in unseren Kitas aufgreifen und erproben.
„Übergangskompass“
Bereiche: biopsychosoziales Wohlbefinden, körperlich-moto-
Der Übergangskompass ist eine Sammlung von
tik, Naturwissenschaften, Digitale Medien
Instrumenten und Materialien für pädagogische
Fachkräfte, Lehrkräfte, Familien und Kinder.
Fokus: Beobachtungsprozess und dialogorientierte Elemente,
um alle Akteure einzubinden
Einsatz in: Rheinland-Pfalz, in Erprobungsphase mit ca. 100 Kindertageseinrichtungen und Grundschulen
rische Entwicklung, Musik, Sprache und Literalität, MathemaFormat: (App-Version i. P.), Handreichung
Familienperspektive: Familien erhalten Einblick in den Lernentwicklungsstand des Kindes, aus Sicht des Kindes und der
pädagogischen Fachkraft
Kinderperspektive: Selbsteinschätzung zu allen Bereichen,
Entwicklungsstern, „Wenn ich an die Schule denke”
Instrumente für pädagogische Fachkräfte:
Format: Portfolio-Charakter, Bilder, Fotos etc. können einge-
• Beobachtung und Dokumentation mit den in der jeweiligen
fügt werden (in App digital)
Kita genutzten Instrumenten; Besonderheit: Erfassung der be-
Zeitraum: Jahr vor der Einschulung
nötigten Kompetenzen des Kindes bei der Einschulung aus
Sicht des Kindes, der Kita, Grundschule und der Familien,
• Netzwerkanalyse zur Analyse des Ist-Standes und zum Ausbau,
„Beokiz“
• regionale Übergangswerkstätten als Austauschformat aller
Kompetenzen zum Übergang in die Grundschule
Beteiligten mit Fokus auf der Entwicklung von Lösungsansät-
(kurz: KÜKs)
zen und Zielen,
Fokus: Kompetenzen im Übergang
• Qualitätsentwicklung im Diskurs, um den Prozess der Übergangsgestaltung gemeinsam weiterzuentwickeln,
• Übergangskalender als transparentes Reflexionsinstrument.
Format: Handreichungen
Familienperspektive: Übergangskalender wird genutzt, um mit
Einsatz in: Berlin, verpflichtend für alle Kitas und die Kindertagespflege (Implementierungsphase bis Juli 2027); unter
Einwilligung der Familien Weitergabe der Lerndokumentation
KÜGs an Grundschulen
Instrumente für Fachkräfte: Drei-Schritt-Verfahren: Beobachtung, Auswertung und Ableitung Beobachtung, Dokumentati-
Familien und Kindern in den Austausch zu gehen
on und Einschätzung im Kita-Alltag: kindzentriert und ganz-
Kinderperspektive: Kinder reflektieren ihre individuellen Pers-
heitlich mit BeoKiz‐Beobachtungsbogen (Notizformat mit
pektiven auf den Übergangsprozess, ggf. Erstellung eines Bilderbuches von Kindern für Kinder
Zeitraum: von 1,5 bis 0,5 Jahren vor der Einschulung
Leitfragen), KÜGs – Kompetenzen zum Übergang in die Grundschule (Fragebogen), Lerndokumentation für Lehrkräfte
Bereiche: Lebenspraktische- , Sprachliche-, Soziale-, Emotionale-, Mathematische- und Motorische Kompetenzen
Format: BeoTool (Handreichungen), Digitalisierung in Planung
„Mika“
Fokus: Kompetenzen im Übergang
Einsatz in: Brandenburg, in Erprobungsphase
Familienperspektive: Familien erhalten Einblick in den Lernentwicklungsstand des Kindes aus Sicht des Kindes und der
pädagogischen Fachkraft (durch gesamtes BeoKiz-Verfahren)
Kinderperspektive: Austausch über die Beobachtungen mit
Instrumente für Fachkräfte: Evaluationsbögen für pädagogi-
Kindern über Beobachtung und gemeinsame Dokumentation
sche Fachkräfte: Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren
im Portfolio sowie aktive Partizipation der Kinder an eigener
zur Abbildung des individuellen Stärkenprofils von Kindern im
Entwicklung (durch BeoKiz-Verfahren)
Übergang
Zeitraum: zu Beginn und zum Ende des letzten Kitajahres
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