Magazin KINDgerecht Ausgabe 1-2025, November: Sind Kitas und Schulen gute Bildungspartner? - Magazin - Seite 50
Elternperspektive
Wir
müssen
reden.
Miteinander.
Was Eltern bewegt, kennt er aus seinen
Eltern – keine einfache Spezies
verschiedenen Rollen heraus sehr gut.
Eltern sind widersprüchlich: während manche erst überzeugt
Marco Fechner ist Vater von zwei Kin-
werden müssen, ihr Kind in eine Kita zu geben, gehen andere so
dern und seit über zehn Jahren als El-
rend der Eingewöhnung fragen, ob es „hier auch einen Grund-
enthusiastisch an die frühe Bildung heran, dass sie schon wäh-
ternvertreter in Kitas und Schulen aktiv.
kurs in Mandarin“ gäbe. Beides und sehr viel dazwischen ist mir
In seinem Podcast „Herr Fechner lädt
net und in der Schule wurde es noch komplexer.
zum Gespräch“ spricht er regelmäßig
Diese sehr grundsätzlichen Debatten zur Rolle der Kitas habe
mit Fachleuten aus Bildung, Politik, Wis-
ich Anfang und Mitte der 2010er Jahre geführt. Auch zwölf Jah-
senschaft und Wirtschaft. Ziel ist es
in den „Kindergartenjahren“ meiner Kinder tatsächlich begeg-
re nach dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz sind Gesellschaft und Politik nicht klar, ob Kitas Bildungs-
herauszufinden, was es braucht, damit
einrichtungen (Ja!), Verwahrungsorte (Nein!) sind, ob sie einen
eine Bildungspolitik „aus einem Guss“
Schule sind (auch).
eigenen Auftrag haben (Ja!) oder lediglich Vorbereitung auf die
und in Kooperation mit allen Beteiligten
entstehen kann. Ein Gastbeitrag.
Lebensorte
Kindergärten sind Lebensort und -alltag von Kindern. Kinder
sollen spielen, sich als Individuen und als Gruppenmitglieder erleben, lernen, mit Konflikten umzugehen, sie sollen sprechen,
malen, singen, sich bewegen und Vieles mehr. Vor allem sollen
sie eine gute Zeit haben, in der sie einfach Kinder sein dürfen.
Damit dieser hoch anspruchsvolle Auftrag gelingen kann,
braucht es in Kitas engagierte und gut ausgebildete Fachkräf-